Politischer Gillamoos – Hagen teilt aus

Heiß her ging es beim diesjährigen Gillamoos-Frühschoppen in Abensberg. Bayerns FDP-Chef Martin Hagen nutzte die Veranstaltung für einen politischen Rundumschlag. Im Zentrum seiner Kritik: Die energiepolitischen Versäumnisse der Staatsregierung und Söders „Ampel-Bashing“.

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Der Vorsitzende der FDP Bayern und Fraktionschef der Freien Demokraten im Bayerischen Landtag, Martin Hagen, am Politischen Gillamoos 2022.

Am Gillamoosmontag verwandelte sich die niederbayerische Stadt Abensberg wieder zur großen Politikbühne – nach zweijähriger coronabedingter Pause. Wie seit Jahrzehnten üblich, war auch die FDP Bayern auf dem traditionsreichen Volksfest mit einem Zelt vertreten. Unter den Gästen waren unter anderem die Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann und Matthias Fischbach sowie die Bundestagsabgeordnete Kristine Lütke. Nach einleitenden Worten von Kreisrat Heinz Kroiss und der lokalen JuLis-Vorsitzenden Eva Keil trat der Hauptredner auf die Bühne: FDP-Landes- und Fraktionschef Martin Hagen.

Gillamoos

Bayerns FDP-Chef Martin Hagen und der Kelheimer FDP-Kreisrat Heinz Kroiss (vorne links) beim Einzug ins Gillamoos-Festzelt.
 

„Es ist schön, wieder hier zu sein. Der Frühschoppen hier am Gillamoos ist immer ein Highlight im Kalender“, sagte Martin Hagen zu Beginn seiner Rede, bevor er sich sogleich einem ernsten Thema zuwandte: Bayerns Energiepolitik. „Es war die CSU, die ein Jahrzehnt lang den Bau von Windkraftanlagen und Pumpspeicherkraftwerken verhindert hat. Es war die CSU, die den Bau der Stromtrassen aus dem Norden massiv verzögert hat. Und es war auch die CSU, die es versäumt hat, Bayerns Gasversorgung zu diversifizieren“, zog Hagen vom Leder.

Hart ins Gericht ging der liberale Parteichef in diesem Zusammenhang auch mit Markus Söder und dessen wechselnden politischen Rollen. Immerhin habe dieser in seiner Zeit als Umweltminister gar mit Rücktritt gedroht, falls die Kernkraftwerke nicht spätestens 2022 abgeschaltet würden. Inhaltliche Beliebigkeit ortet Hagen auch an anderer Stelle: „Markus Söder – gestern noch Team Vorsicht, heute Team Volksfest. Der ist ja seit Frühjahr nur noch auf Volksfesten unterwegs – Volksfeste, die in dieser Form nicht stattfinden würden, wenn sich die FDP damals nicht durchgesetzt hätte.“ Einen Vorteil habe das immerhin: „Im Bierzelt kann Söder deutlich weniger Schaden anrichten als auf der Regierungsbank im Maximilianeum!“

Mehr „Mia san mia“, weniger „Mimimi“

Hagen

Genervt zeigte sich Hagen hingegen von der „Dauernörgelei“ gegen die Bundesregierung – „das ist Söders Strategie für die Landtagswahl“, so der FDP-Politiker. „Keine eigenen Ideen, keine landespolitischen Initiativen, keine konstruktive Zusammenarbeit von Bund und Land, nein: Permanentes Ampel-Bashing ist die Devise der CSU für den anstehenden Landtagswahlkampf.“ Für ihn lasse die derzeitige Staatsregierung reichlich an Selbstbewusstsein vermissen. Söder langweile ganz Deutschland mit seiner „weinerlichen Kritik“ an der vermeintlichen Benachteiligung des Freistaats. „Können Sie sich Strauß so wehleidig vorstellen? Oder Stoiber?“, fragte Hagen in die Versammlung. „Als stolzer Bürger Bayerns wünsche ich mir von meiner Staatsregierung wieder mehr ‚Mia san mia‘ und weniger ‚Mimimi‘!“

Ein-Mann-Panikorchester Lauterbach

Auch SPD und Grüne blieben von der Kritik des liberalen Partei- und Fraktionschefs nicht verschont. SPD-Bundesgesundheitsminister Lauterbach titulierte er ob seiner Hardliner-Position in Corona-Fragen als „Ein-Mann-Panikorchester der deutschen Sozialdemokratie“. Den Grünen attestierte er eine „Lust am Gängeln, Verbieten und Bevormunden“. „In ihrer Gründungszeit in den 80ern galten die Grünen als antiautoritäre Freigeister. Heute wirken sie wie die strengen Gouvernanten der deutschen Politik“, sagte Hagen. „In 40 Jahren von Pippi Langstrumpf zu Fräulein Rottenmeier – was für eine Wandlung!“

Die gesamte Gillamoos-Rede von Martin Hagen können Sie hier ansehen.

Auszug aus den Medienberichten

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