Gedenktag: Hackemann und Bubendorfer-Licht fordern Schweigeminute nach israelischem Vorbild
Zum morgigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fordern der EU-Spitzenkandidat der FDP Bayern Phil Hackemann und die religionspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Sandra Bubendorfer-Licht MdB eine sichtbarere öffentliche Gedenkkultur in Deutschland – mit einer Schweigeminute nach Vorbild des israelischen Jom haScho’a.
Dazu Phil Hackemann: „Leider wird der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus in der Öffentlichkeit nur wenig wahrgenommen. In Israel kann man dem Gedenken am dortigen Jom haScho’a hingegen nicht entgehen: Um Punkt 10 Uhr kommt das gesamte öffentliche Leben kurzfristig komplett zum Erliegen. Zwei Minuten lang heulen dort die Sirenen. Währenddessen senden keine TV- oder Radioprogramme, Menschen und Autos bleiben stehen. Ein solches, öffentlich sichtbares Gedenken würde ich mir auch für Deutschland wünschen, damit niemand mehr die Augen vor der Geschichte verschließen kann.
Ich hatte noch das Glück, einen Zeitzeugen persönlich kennengelernt zu haben, der selbst vom Schrecken der Nazi-Zeit berichten konnte. Doch viele junge Menschen kommen nur noch im Geschichtsunterricht in Kontakt mit diesem immer ferner wirkenden Teil der deutschen Geschichte. Umso wichtiger ist es, dass die Erinnerung und das Gedenken lebendig bleiben – und noch stärker in den Alltag der Menschen Einzug halten. Deshalb sollte etwa auch der Besuch eines Konzentrationslagers verpflichtend in den Lehrplänen aller Schulen vorgesehen sein.“
Sandra Bubendorfer-Licht MdB ergänzt: „Die Geschichte hat gezeigt, wie schnell rechtsextremer Terror Fuß fassen und an die Macht kommen kann, wenn die Abwehrkräfte einer demokratieverdrossenen Gesellschaft versagen. Nie wieder darf es dazu kommen. Leider lassen mich auch die jüngsten Entwicklungen und Aussagen mancher politischer Akteure daran zweifeln, dass dieses ‚Nie wieder‘ selbstverständlich ist. Jüdinnen und Juden erleben derzeit wieder einen erstarkenden Antisemitismus, und Rechtsextremisten planen die Massenabschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund. Das verdeutlicht, wie wichtig gerade jetzt eine starke Gedenkkultur ist, die sich auch in konkreten Handlungen äußert.“
Hintergrund: Die Idee einer Schweigeminute am Vorbild des israelischen Jom haScho’a wurde 2021 von Hackemann als Ergänzungsantrag zum Bundestagswahlprogramm der FDP eingebracht, welche diesen übernahm. Auch im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung ist eine Stärkung des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus verankert.