Fischbach zu PISA: „Kinder brauchen Hilfe, keine Ausreden“

FDP Bayern fordert gezielte Lernförderung und eine Schulfinanzierung nach tatsächlichem Bedarf

München, 8. September 2026. Angesichts der heute veröffentlichten PISA-Ergebnisse fordert der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Matthias Fischbach, einen Kurswechsel in der bayerischen Bildungspolitik:

„Die schlechten Testergebnisse sind eine Katastrophe. Dahinter stehen Kinder, die im Unterricht den Anschluss verlieren und irgendwann glauben: Ich kann das nicht. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Jedes Kind soll sicher lesen, schreiben und rechnen können – und mit dem Vertrauen in die eigene Leistung ins Leben starten.“

Fischbach kritisiert in der Frage nach den Ursachen den Umgang der Staatsregierung mit Corona an den Schulen und den daraus entstandenen Lernlücken: „Bayern hat das Aufholen nach Corona nur halbherzig organisiert und finanziert. Der Oberste Rechnungshof hat festgestellt, dass wichtige Zielgruppen nicht ausreichend erreicht wurden – gerade an Mittelschulen. Lernlücken verschwinden nicht, durch Symbolpolitik und Ausreden. Wer heute nur auf Social Media zeigt, lenkt nur von der eigenen Verantwortung ab.“

Das Thema süchtigmachender Apps nimmt die FDP dennoch ernst, jedoch setzt Fischbach auf Bildung und Selbstkontrolle: „Wir müssen Schulen dabei unterstützen, Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Dazu brauchen Lehrkräfte passende Fortbildungen und Erfolgsmessung sowie praxistaugliches Unterrichtsmaterial und Zeit. Junge Menschen sollen lernen, ihre Aufmerksamkeit selbst zu steuern und das Handy bewusst beiseitezulegen. Diese Fähigkeit brauchen sie auch außerhalb der Schule.“

Bei Schulen mit besonders großen sozialen Herausforderungen setzt eigentlich das Startchancenprogramm an, das noch in der vorherigen Bundesregierung entwickelt wurde, aber auch hier gibt es im Freistaat aus Sicht der FDP Nachbesserungsbedarf. „Bayern sollte diesen Ansatz mit zusätzlichen eigenen Mitteln ausweiten, wie das eigentlich auch abgedacht war. Hilfe sollte darüber hinaus nicht davon abhängen, ob eine Schule auf einer Programmliste steht“, so Fischbach. Die FDP fordert eine dauerhafte Schulfinanzierung aus einem Guss: Schulen erhalten ein verlässliches Budget, das bei höherem Förderbedarf automatisch steigt. Das Prinzip solcher Gewichtungsfaktoren kennt man in Bayern bereits aus der Kita-Förderung.

„Wo mehr Kinder Unterstützung brauchen, müssen mehr Ressourcen für Zeit und Personal ankommen – ohne immer neue Fördertöpfe und Antragsberge. Die Schulen sollen vor Ort entscheiden können, wie sie ihre Schüler am besten fördern. Entscheidend ist, welche Lernfortschritte die Kinder machen.“

Gerade bei der Sprachförderung war das in der Vergangenheit öfter ein Problem. Fischbach fordert deshalb Verlässlichkeit: „Deutsch zu lernen ist Voraussetzung, um im Unterricht mitzukommen. Deshalb erwarten wir verbindliche Teilnahme an notwendiger Förderung. Genauso verbindlich muss der Staat dafür sorgen, dass diese Förderung stattfinden kann.“