Wirecard-Skandal: Lückenlose Aufklärung erforderlich

Ein philippinisches Konto, ein verschwundener Treuhänder und 1,9 Milliarden Euro – der aktuelle Skandal um das DAX Unternehmen Wirecard ist in aller Munde. „Der gesamte Vorfall erinnert stark an eine Posse!“, sagt FDP-Finanzexpertin und stellvertretende Landesvorsitzende Katja Hessel und fordert eine lückenlose Aufklärung.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass es zu diesem Fiasko kommen konnte, ohne dass irgendeine beteiligte Stelle stutzig wurde. Hier muss Vorsatz mit im Spiel sein“, beurteilt Hessel die Situation. „Wenn schon der Bafin-Präsident von einem Skandal spricht, dann muss dies auch Konsequenzen für seine Behörde nach sich ziehen.“

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet, Wirecard habe durch vorgetäuschte Einnahmen die Bilanzsumme und die Umsätze künstlich aufgebläht. Der frühere Vorstandschef Markus Braun ist derzeit gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro wieder auf freiem Fuß. Er selbst sprach von einem „Betrugsfall erheblichen Ausmaßes“, die Bafin beurteilte die Situation als „komplettes Desaster“ und „Schande“. Man sei „nicht effektiv genug gewesen, um zu verhindern, dass so etwas passiert.“

Hessel fordert im Fall Wirecard vollkommene Aufarbeitung, der Finanzausschuss im Deutschen Bundestag werde sich noch vor der Sommerpause damit befassen: „Die Frage muss erlaubt sein, ob das bestehende Aufsichtssystem den Anforderungen noch gerecht wird. Der Umfang des Schadens für den Finanzplatz Deutschland ist noch gar nicht absehbar.“


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