Virtueller Politischer Aschermittwoch

Kein Festzelt, kein gemütliches Beisammensein: Auch der traditionelle Politische Aschermittwoch der FDP Bayern musste in diesem Jahr notgedrungen in den virtuellen Raum verlagert werden. Um dennoch für die richtige Bierzeltstimmung zu sorgen, hatten Bayerns Liberale zuvor Brotzeitpakete an alle Teilnehmer verschickt, die sich an einer Foto- und Videocollage beteiligt hatten. Doch nicht nur kulinarisch waren die Zuschauer bestens versorgt, mit FDP-Bundesparteichef Christian Lindner hatte man einen hochkarätigen Festredner gewinnen können. Dieser sparte nicht mit Spitzen gegen den politischen Mitbewerber.

Eine erste Breitseite gegen CSU-Chef Markus Söder gab es sogleich, als sich dieser über den Übertragungsort des liberalen Politischen Aschermittwochs – München statt Niederbayern – mokierte. „Dieser Ministerpräsident erklärt anderen die Tradition die Politischen Aschermittwochs, trinkt aber gleichzeitig Cola-Light aus dem Bierkrug“, merkte Lindner süffisant an und zog sodann vom Leder: „Manche Bemerkung aus dem Mund von Ministerpräsidenten hört sich nicht nach Pandemiebekämpfung an, sondern nach Stubenarrest. (…) Diese Spirale aus ‚Angst machen‘ und ‚alles dicht machen‘ müssen wir überwinden durch eine intelligentere Bekämpfung der Pandemie.“

Auch Bayerns FDP-Chef Daniel Föst übte harsche Kritik an Söder: „Wenn ich auf das Corona-Management der Regierung schaue, fühle ich mich wie in dem Film ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘. Es wird und wird nicht besser. (…) Die Bürger drücken mit ihrem Verhalten die Inzidenzen, aber die Staatsregierung um Söder drückt sich vor ihren Hausaufgaben.“

Doch nicht nur die Verfehlungen in der Pandemiebekämpfung wurden beim liberalen Aschermittwoch thematisiert. Die niederbayerische Bezirksvorsitzende Nicole Bauer knöpfte sich auch die Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung vor. Die Ministerin sei in einen Dornröschenschlaf verfallen und ließe sich selbst von den Hilferufen der Landwirte nicht wecken: „Wie viele Traktoren braucht es denn in Berlin, bis die geistige Dornenhecke der Landwirtschaftsministerin endlich niedergewalzt ist?“, fragte Bauer in Richtung Julia Klöckner.

Alexander Muthmann, Präsidiumsmitglied und „Mr. Ländlicher Raum“ der bayerischen Liberalen, nahm sich die bürokratischen Hürden der Alltagspolitik zur Brust: „Bayern ist das Land der 1.000 Förderprogramme. Das Land der 1.000 goldenen Zügel. Das Land der 1.000 Bevormundungen. Ich sage: Weg mit den Bürokratiemonstern! Weg mit dem Förderdschungel! Wir müssen hin zu mehr Eigenverantwortung, mehr Chancengerechtigkeit und mehr Entscheidungsfreiheit.“

Eine Warnung sprachen alle Redner vor hohen Erwartungen an eine mögliche schwarz-grüne Bundesregierung nach der Wahl im Herbst aus. „Die Allianz von Grünen und Union schwebt wie ein Damoklesschwert über Deutschland: Nach dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lockdown droht uns dann der politische Lockdown“, so Daniel Föst. Und auch Christian Lindner kritisierte die Positionen der Grünen in der Pandemie als zu wenig oppositionell: „Manche haben den Eindruck gewonnen, in der Pandemiepolitik waren die Grünen sehr nachsichtig mit der Regierung Merkel, weil sie auf einer Schleimspur selbst ins Bundeskabinett wollten.“

Hier der Stream zum Nachsehen

Video „Aus Liebe zur Freiheit, mit Lust auf Zukunft“


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