Spitzer: „Wir müssen auch leben können“

Der Freistaat bleibt weiter im Lockdown – das hat die Staatsregierung am 11. Februar beschlossen. Entschieden wurde für Bayern auch, dass ab März Friseure, Fahrschulen, Kitas und Teile der Schulen wieder öffnen können. In einem Interview mit der „Allgäuer Zeitung“ kritisierte Dr. Dominik Spitzer, gesundheitspolitischer Sprecher der bayerischen FDP-Landtagsfraktion, die neuen Corona-Verordnungen.

Spitzer hält ein differenziertes Vorgehen für sinnvoller. Wenn die Zahlen es hergäben, dann könnten eine Reihe von Einrichtungen öffnen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der „Allgäuer Zeitung“ vom Samstag. „Unter den bekannten Hygiene-Voraussetzungen könnte auch der Handel wieder aufmachen“, so Spitzer. „Bei einem Inzidenzwert unter 50 (…) kann man viele Bereiche öffnen. Zum Beispiel Kinos – ebenso Hotels und Gastronomie.“

Spitzer hält zudem ein regional angepasstes Vorgehen für besser. „Wir brauchen eine bayernweite Richtschnur, aber daneben sollte es auch regionale Unterschiede geben“, sagte er der Zeitung.

Vorausgesetzt, alle Menschen erhielten ein Impfangebot, müsse man auch die Rückkehr zu Normalität ins Auge fassen. Eindringlich warnte Spitzer in dem Interview vor Kollateralschäden. „Wir müssen auch leben können und brauchen Luft zum Atmen.“ Dass die neuen Virus-Mutationen ein Problem darstellten, sei Spitzer bewusst. Allerdings dienten diese auch als Rechtfertigung für die aktuellen Maßnahmen. Der Politiker und praktizierende Arzt schlägt deshalb ein zweigleisiges Testverfahren vor. „Bei einem positiven Ergebnis wird sofort auch auf eine Mutation getestet. (…) Mehr Kontrolle ist wichtig, um die Ausbreitung der Mutationen zu verhindern“, sagte er. Auch müssten bisherige Kriterien, die die strengen Maßnahmen rechtfertigen, neu überprüft werden. „Kriterien waren ja volle Intensivstationen und das Problem, dass Gesundheitsämter die Ansteckungen nicht mehr nachverfolgen konnten. Beide Probleme haben wir nicht mehr“, betonte Spitzer im Gespräch mit der „Allgäuer Zeitung“.

Die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag hat daher unter Federführung von Spitzer einen Vier-Phasen-Plan vorgestellt. Dieser orientiert sich an der Auslastung der Intensivstationen, dem Inzidenzwert und einem dynamischen Faktor. Parallel dazu wird die Durchimpfung der Bevölkerung zur Bewertung herangezogen.

Der 4-Phasen-Plan der FDP-Fraktion Bayern


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