Lockdown: Hagen fordert Öffnungsperspektive

Die Infektionszahlen sinken – trotzdem wurde der Lockdown bis 14. Februar verlängert. „Es wäre ein Fehler, jetzt alle Maßnahmen auf einen Schlag zurückzunehmen“, erklärt FDP-Fraktionschef Martin Hagen im Interview mit der „Abendzeitung“. Bürger und Unternehmen bräuchten aber eine Öffnungsperspektive. Der Schulunterricht soll nach dem Willen der FDP am 1. Februar schrittweise wieder beginnen.

Wenig Verständnis zeigt Hagen für Vorschläge, die vor dem jüngsten Corona-Gipfel in den Medien kolportiert wurden: „Im Beraterstab der Kanzlerin – der übrigens recht einseitig besetzt ist – hat man laut über einen ‚Mega-Lockdown‘ und eine ‚Zero-Covid-Strategie‘ nachgedacht“, so der FDP-Politiker. Die Infektionszahlen in diesem Winter auf Null zu senken sei aber unrealistisch – „genau wie die immer radikaleren Mittel, die dafür vorgeschlagen werden.“

Kritik übt die FDP auch an den bayernweit geltenden Ausgangssperren. Diese wurden ursprünglich als Teil der Hotspot-Strategie eingeführt – für Landkreise mit einer Inzidenz über 200. Später wurden sie auf ganz Bayern ausgedehnt, weil das gesamte Bundesland zu diesem Zeitpunkt über 200 lag. „Heute liegen wir bayernweit bei 128“, so Martin Hagen im Interview, „da fände ich es angebracht, dass man diese Maßnahme jetzt zurücknimmt.“ Dass man seine Wohnung nach 21 Uhr nicht mehr verlassen darf, sei „ein sehr drastischer Eingriff in die Freiheitsrechte der Bürger“.

Dass künftig vermehrt vom Homeoffice aus gearbeitet werden soll, findet der Fraktionsvorsitzende sinnvoll. „Da werden die Möglichkeiten noch nicht überall ausgeschöpft“, so Hagen, „übrigens auch nicht beim Staat, der mit gutem Beispiel voran gehen sollte.“ Eine Pflicht für Arbeitnehmer, ins Homeoffice zu gehen, dürfe es aber nicht geben: „Nicht jeder hat zu Hause ein Arbeitszimmer, viele leben mit Kindern in kleinen Wohnungen.“ Man müsse die Möglichkeit haben, in Ruhe zu arbeiten.

Mit Blick auf die Schulen fordert Hagen eine Öffnung für untere Jahrgangsstufen ab 1. Februar, wie es auch Baden-Württemberg plant. „Wir sind nach Rücksprache mit renommierten Kinder- und Jugendmedizinern zu dem Schluss gekommen, dass eine Öffnung der Schulen nicht nur verantwortbar, sondern geboten ist“, so der FDP-Politiker und Familienvater im Interview. „Ihre Schließung führt zu enormen Kollateralschäden für die Bildungsbiografien der Kinder und für ihre soziale Entwicklung.“


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