Frauen in Führungspositionen – Liberale setzen auf Kulturwandel in Unternehmen

Vielfalt ist in den Führungsetagen deutscher Unternehmen leider noch immer keine gelebte Praxis und auch kein Selbstläufer. Mit 12,8 Prozent ist der Frauenanteil in den Vorständen der 30 führenden Unternehmen hierzulande deutlich geringer als im internationalen Vergleich und sogar auf das Niveau von 2017 gefallen. Die USA, Frankreich, Schweden und Großbritannien hingegen setzten in der Coronakrise auf Frauen, Vielfalt und Veränderung. „Höchste Zeit, das anzugehen!“, so Nicole Bauer, frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. „Wir wollen endlich die Rahmenbedingungen für mehr Vielfalt und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen – auf allen Ebenen.“ Mit ihrem Antrag zeichnen die Liberalen einen Gegenentwurf zur gesetzlichen Frauenquote für Vorstände der Großen Koalition.

Union und SPD wollen den Frauenanteil gesetzlich verordnen. Mit der Änderung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG II) soll künftig in Vorständen ab vier Mitgliedern verbindlich mindestens eine Frau sitzen. „Ich halte das für wenig innovativ und zielführend“, sagt Bauer, „wir brauchen ein Umdenken in den Köpfen, einen Kulturwandel in den Unternehmen hin zu mehr Vielfalt und Familienfreundlichkeit. Das schafft Veränderung und macht uns krisenfit.“

Die Landshuterin setzt sich schon länger für divers zusammengesetzte Teams und eine familienfreundliche Arbeitswelt ein. Die Herausforderungen in einer immer komplexer werdenden Welt erfordern verschiedene Perspektiven. Nur so könne man Probleme bestmöglich lösen. Dabei dürfe man auf Potentiale nicht verzichten, nur weil alte Strukturen deren Entfaltung verhindern – die von Frauen zum Beispiel.

„Die Pandemie hat uns gezeigt, dass vor allem Frauen ihre – oftmals ohnehin schon geringe – Arbeitszeit weiter  reduzieren, um für die Familie da sein zu können“, erläutert die niederbayerische Abgeordnete. „In der Folge bedeutet das meist Nachteile für Aufstieg, Verdienstmöglichkeiten und damit auch die Altersvorsorge.“ Für Liberale ist das nicht hinnehmbar.

In ihrem Antrag fordern sie bessere Rahmenbedingungen für Männer und Frauen, die nicht nur im Job Verantwortung übernehmen wollen, sondern auch für die Familie da sein wollen. Dazu zählen unter anderem orts- und zeitflexibles Arbeiten auch nach der Coronakrise (Homeoffice, mobiles Arbeiten, Anpassung des Arbeitszeitgesetzes), moderne Arbeitsmodelle wie Jobsharing und Führen in Teilzeit, ein gutes Diversity- und Talentmanagement auf allen Ebenen, das zum Beispiel Elternzeit als Teil der beruflichen Laufbahn anerkennt sowie eine offene und von Respekt geprägte Unternehmenskultur.

Dafür brauche es keine gesetzliche Quote, da es im Interesse eines jeden Unternehmens selbst liegt, durch Vielfalt bessere Ergebnisse zu erzielen sowie im Wettbewerb um die besten Köpfe ein möglichst attraktiver Arbeitgeber zu sein. Der Bund solle mit gutem Beispiel vorangehen und – wo nötig – die rechtlichen Weichen dafür stellen. „Familie und Beruf, Kinder und Karriere – beides muss in einer modernen Gesellschaft wie der unseren möglich sein“, konstatiert Bauer.

Links zu den Anträgen:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Führungsetagen durch Auszeiten ermöglichen
Für mehr Frauen und Vielfalt in Wirtschaft und Führungspositionen

Die Plenarrede von Nicole Bauer zum Thema „Frauen in Führungspositionen“ finden Sie hier.

Terminhinweis:  Am 16./17. April findet die Female Future Conference der AG Frauen und Gleichstellung der FDP in den Parlamenten statt. Die digitale Veranstaltung widmet sich der Rolle von Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen (Parlamenten, Wissenschaft und MINT, Digitalisierung und Finanzen, Außenpolitik und Sicherheit, Kunst und Kultur) und bietet die Möglichkeit zum Austausch sowie zur Vernetzung.

Für weitere Infos dazu und Fragen zu frauenpolitischen Themen wenden Sie sich gerne an: nicole.bauer@bundestag.de


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