Föst fordert Abschaffung des Tanzverbots

In einem Gastkommentar für die Bayerische Staatszeitung spricht sich Bayerns FDP-Chef, Daniel Föst, für eine Abschaffung des sogenannten Tanzverbots aus. Religion sei Privatsache und dürfe nicht die Freizeitgestaltung der Bürger beeinträchtigen, meint der Landeschef. Den ganzen Kommentar können Sie hier nachlesen:

An neun Tagen im Jahr heißt es für Feierlaunige im Freistaat: „Musik aus! Schicht im Schacht!“ An sogenannten stillen Feiertagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, die nicht dem „ernsten Charakter“ dieser Tage entsprechen, per Gesetz verboten. Konzerthallen, Gaststätten und Discos bleiben dann mitunter schon mal geschlossen. Sehr zum Unmut sowohl der Betreiber als auch der Kunden. Auch die FDP ist der Meinung: Das Tanzverbot ist aus der Zeit gefallen und gehört abgeschafft.

Der Philosoph Immanuel Kant hat treffend formuliert: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Die Frage ist berechtigt, wessen Freiheit eingeschränkt wird, wenn Menschen selbst darüber entscheiden dürfen, wie sie ihren Feiertag gestalten. Wer den Tag zur besinnlichen Einkehr nutzen möchte, kann das tun – wer lieber tanzen gehen will, sollte das aber auch dürfen.

Religion ist Privatsache. Und das ist auch gut so. Wir leben in einem säkularen Staat, in dem jeder frei entscheiden kann, woran er glaubt oder eben nicht glaubt. Gerade vor dem Hintergrund einer steigenden Anzahl an Konfessionslosen und Menschen anderer Glaubensrichtungen ist es befremdlich, die Freizeitgestaltung aller Bürger aufgrund religiöser Dogmen einzuschränken.

Ein Ende des Tanzverbots würde auch jenen zugutekommen, die ohnehin tagein, tagaus mit überbordenden Auflagen drangsaliert werden: unseren Gastronomen. Es ist an sich nicht akzeptabel, dass sie aufgrund von religiösen Moralvorstellungen daran gehindert werden, ihrer Arbeit nachzugehen.

Die FDP konnte 2013 bereits eine Lockerung des Tanzverbots durchsetzen. Gerade in einem politischen Klima, in dem die Lust am Regulieren neu entfacht zu sein scheint, würde es der Politik gut zu Gesicht stehen, mit der Zeit zu gehen und ein staatlich verordnetes Tanzverbot ganz abzuschaffen. Feiern und Besinnlichkeit – in Bayern sollte beides seinen Platz haben.


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