Dassler: Sport bringt Menschen zusammen – doch in Zeiten von Corona eine Gratwanderung

Die hochdynamische Ausbreitung des Coronavirus stellt nicht nur uns persönlich, sondern auch den organisierten Sport weltweit vor große Herausforderungen. Es gilt Distanzregeln einzuhalten, Körperkontakte auf ein Minimum zu begrenzen, vermehrt Freiluftaktivitäten zu nutzen und Trainingsgruppen maßvoll zu verkleinern.

Auch als sportbegeisterter Zuschauer ist an gefüllte Stadien längst nicht zu denken. Unumgänglich war deshalb die Entscheidung, die Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf das Jahr 2021 zu verschieben, ebenso wie die Fußball-Europameisterschaft. Auch in Bayern sieht sich die Sportlandschaft mit ihren über 11.000 Vereinen und mehr als 4,5 Millionen Mitgliedern besonderen Belastungen ausgesetzt. Denn trotz eindrucksvoller Hilfspakete der Länder stehen viele Sportvereine mit eigenen Sportanlagen vor dem Ruin.

Hintergrund ist, dass bereits vor der Corona-Krise viele Sportvereine über akute Finanzierungslücken hinsichtlich vereinseigener Sportanlagen klagten. Ich habe Horst Seehofer mehrfach aufgefordert, einen neuen Goldenen Plan aufzulegen, um die Sportvereine in unserem Land zu retten. Und siehe da: Im vergangenen Jahr dann die Ankündigung des Innenministers, ein Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm für die Sportlandschaft in Deutschland aufzusetzen. Dass den Worten auch Taten folgen, werde ich weiterhin genau überprüfen.

Darüber hinaus kämpfe ich für eine stärkere Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit. Gerade in Zeiten von Corona sind freiwillig engagierte Menschen der Kitt unserer Gesellschaft. Lassen wir diese Menschen nicht im Stich – ihre Arbeit ist heute wichtiger als je zuvor! Ich fordere deshalb seit geraumer Zeit, das Ehrenamt organisatorisch wie finanziell zu entlasten. Etwa in Form eines Bürokratieabbaus in der Verwaltung durch intelligente Software, und durch die Erhöhung der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale. Letzteres hat im Übrigen der Bundesrat bereits im Jahr 2018 beschlossen. Die Bundesregierung jedoch befindet sich noch in einem Prüfprozess.

All das sind wichtige Handlungsfelder, die gerade in Zeiten von Corona endlich ernst genommen werden müssen. Denn wenn die Bundesregierung jetzt nicht reagiert, wird es in Zukunft viele Sportvereine nicht mehr geben – und das wäre verheerend – gerade für den ländlichen Raum. Um es im Sportjargon zu sagen: Die Bundesregierung muss jetzt anspielbar sein, damit der Sport – mit all seiner Bedeutung für unser Land – nach der Krise nicht im Abseits steht.

Ich werde meinen Teil dazu beitragen und alles daran setzen, dass unsere einzigartige Sportlandschaft erhalten bleibt und sodann wieder gestärkt werden kann.

Ihre Britta Dassler


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