In der Begründung der Jury hieß es, die Bundesjustizministerin habe sich in ihrer gesamten politischen Karriere gegen die staatliche Datensammelwut gestemmt. Mit ihren Klagen in Karlsruhe – zuletzt gegen die Vorratsdatenspeicherung – habe sie mehrmals die Überwachungstendenzen des Staates erfolgreich eindämmen können. Leutheusser-Schnarrenberger „bezieht ihre Positionen ungeachtet von Koalitionszwängen und mit einer im politischen Alltag selten gewordenen klaren Sprache“, erklärte die Jury.
Bei der Annahme des Preises bedankte sich Leutheusser-Schnarrenberger für das entgegengebrachte Vertrauen und kündigte an sich auch weiterhin engagiert für Bürgerrechte und Datenschutz einzusetzen. Vor allem die neuen Medien seien in jüngster Vergangenheit Ziel einschränkender Sicherheitsgesetze gewesen.
„Die Bürgerrechte und die persönlichen Daten brauchen im Online-Zeitalter nicht weniger, sondern mehr Schutz - gegenüber dem Staat, aber auch gegenüber den Begehrlichkeiten privater Akteure“, erklärte Leutheusser-Schnarrenberger. Das Netz sei kein rechtsfreier Raum, betonte die Bundesjustizministerin, auch dort müssten Recht und Gesetze gelten. Zugleich müsse das Internet aber auch vor Überregulierung und Zensur geschützt werden.
Das europaweit erscheinende Computermagazin CHIP zeichnet jährlich herausragende Leistungen der digitalen Welt aus. Die Verleihung der begehrten Trophäe findet dieses Jahr bereits zum 18. Mal statt.
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